Airline Portrait für:

Portrait der Airline Tunisair:

Tunisair
Lettercode: TU / TAR
Besitzverhältnisse: 74 % staatlich, 20 % Privatbesitz, 6 % Air France
Herkunft: Tunesien
Streckennetz: Rund 50 Ziele in Nordafrika, Westafrika, Europa, Nahost, Golfregion
Geschichte: Mit Unterstützung von Air France wurde am 21 Oktober 1948 die Tunisair gegründet. Die neue Airline sollte für die Franzosen einige Nordafrikadienste im französischen Protektorat Tunesien übernehmen. Zur Wahrnehmung dieser Aufgabe erhielt das neue Unternehmen vier Douglas DC-3 aus US-amerikanischen Militärbeständen. Am 1. April 1949 hob dann erstmals eine Maschine ab. Erste Routen führten von Tunis nach Algier und Korsika. Rasch wurde das Streckennetz auf die nordafrikanische Mittelmeerküste bis nach Libyen ausgedehnt und auch Inlandsdienste angeboten. Mit der viermotorigen Douglas DC-4 konnten 1953 auch Paris, Nizza und Marseille angesteuert werden. Mit Erlangung der Unabhängigkeit erlebte der junge Staat eine Zeit des Aufschwungs und wandelte sich zum Touristenziel. Weitere Europadienste, wie ab 1961 nach Genf und Frankfurt, zeugen davon.

Der erste Jet
Im Gegensatz zu vielen anderen afrikanischen Airlines brach bei Tunisair das Jet-Zeitalter recht früh an: am 2. September 1961 hob eine zweistrahlige Caravelle in Tunis ab und flog via Nizza nach Paris. Im Jahr darauf konnte der neue Flughafen El Aouina bei Tunis seiner Bestimmung übergeben werden. Die Airline konnte weiter wachsen, stellte weitere Caravelles in Dienst und legte bis Ende der 1960er Jahre Routen nach Amsterdam, Mailand, Lyon, und Kopenhagen auf. Das neue Touristenziel Djerba wurde bereits seit 1964 mit DC-3 ab Tunis bedient.

Flottenerneuerung und Streckennetzausbau
Mit Beginn der 1970er Jahre drängte die zweite Jet-Generation auf den Markt. Da die Franzosen keinen Nachfolger für ihre Caravelle hatten, entschied sich Tunisair 1971 für den US-amerikanischen Dreistrahler Boeing 727-200. Ab 1. April 1973 flog die Maschine nach London und verdrängte bis 1977 alle Caravelles. Zwei Jahre darauf waren auch die Boeing 737-200 und ab 1982 mit dem Airbus A300B4 auch das erste Großraumflugzeug in der Flotte zu finden. Als neue Ziele kamen 1975 Wien und 1982 Dakar hinzu. 1985 wurde Monastir mit Genf verbunden sowie Istanbul via Athen angeflogen.

Airbus' Bestseller, der A320-200, fand 1990 den Weg zur Tunisair und führte zugleich ein neues Erscheinungsbild ein. Doch auch Boeing konnte 1992 einige Muster ihrer 737-500 unterbringen. Aufgrund der guten Erfahrungen mit dem A320 bestellte Tunisair 1997 als erste afrikanische und arabische Airline den kleineren A319. Das 144-sitzige Muster wurde ab 1998 ausgeliefert. Tunisair flog aber weiterhin zweigleisig und bestellte auch bei Boeing die 737-600 zur Ablieferung bis zur Jahrtausendwende. Die neuen Maschinen lösten nun nach und nach die Muster 727-200 und 737-200 ab. Als Ersatz für den A300B4 entschieden sich die Tunesier nach langwierigen Auswahlverfahren für drei A300-600R, die im Jahr 2000 eintrafen.

Umsatzeinbrüche und Neuorientierung
Im Jahr 2000 musste Tunisair erstmals Verluste hinnehmen. Die Terroranschläge in den USA und der Bombenanschlag in Djerba 2002 spitzten die finanzielle Situation zu. Ein tiefgreifender Sanierungsplan wurde aufgestellt und flugfremde Bereiche ausgelagert. Lufthansa Consulting stellte eine neue Geschäftsstrategie auf, die auch auf den Osten Europas abzielt. Seitdem sind auch die Ziele Prag, Budapest, Warschau und Belgrad im Flugplan zu finden.
Doch Tunisair zeigt auch Langstreckenambitionen in Richtung Kanada, USA und China. Besonders für Montreal mit Französisch als Zweitsprache rechnet man sich gute Chancen aus. Hierfür benötigen die Tunesier allerdings eine Maschine mit 200-250 Sitzen. Die Entscheidung wird wohl zwischen Airbus A330-200 und Boeing 787 fallen.

Flotte: 3 Airbus A300-600R
3 Airbus A319-100
12 Airbus A320-200
4 Boeing 737-500
7 Boeing 737-600
Webseite: http://www.tunisair.com
Tunisair



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