Airline Portrait für:

Portrait der Airline Finnair:

Finnair
Lettercode: AY / FIN
Besitzverhältnisse: zu 56,3 % staatlich, 34 % in ausländischem Besitz
Herkunft: Finnland
Streckennetz: Inland, Europa (Stockholm, Oslo, Kopenhagen, Bergen, Göteborg, Hamburg, Berlin, Frankfurt, Düsseldorf, Stuttgart, München, Brüssel, Amsterdam, Paris, Zürich, London, Manchester, Dublin, Madrid, barcelona, Rom, Venedig, Mailand, Prag, Wien, Budapest, Warschau, Krakau, Riga, Tallin, Vilnius, Moskau, St. Petersburg, Kiew), Asien (Hongkong, Bangkok, Singapur, Peking, Shanghai, Guangzhou, Tokio, Osaka, Nagoya, Delhi, Kuala Lumpur), Nordamerika (New York)
Geschichte: Finnair wurde am 1. November 1923 als Aero O/Y gegründet und gehört damit zu den ältesten, noch existierenden Fluggesellschaften an Europas Himmel. Die Junkers Flugzeugwerke beteiligten sich mit 50 % an der Neugründung und halfen mit Flugzeugen und Personal beim Aufbau. Im März 1924 traf dann eine mit Schneekufen ausgerüstete Junkers F-13 in Helsinki ein, die am 27. März die erste Route nach Reval (heute Tallin) aufnahm. Den Sommer über flog sie dann für die schwedische AB Aerotransport nach Stockholm. 1926 kamen Junkers G-24 hier zum Einsatz, die wiederum 1932 durch die dreimotorige Junkers 52 ersetzt wurden. Als mit Turku der erste Landflughafen 1935 in Betrieb ging, ließ Aero die Ju 52 mit Fahrwerken versehen und verlegte ihre Basis dorthin. Mit Einführung von zwei D.H. 89 Dragon Rapide folgte ab 1937 ein Ausbau des Inlandnetzes. Ab 1938 wurde auch Berlin angesteuert.

Als der Zweite Weltkrieg ausbrach, besetzte die Sowjetunion im Winterkrieg 1939/40 Finnland, wodurch der Betrieb bis März 1940 ruhte. Als dann Deutschland die Sowjetunion überfiel, sympathisierte die finnische Regierung mit den Deutschen, da man hoffte, die im Winterkrieg verlorenen Gebiete zurückzubekommen. Da die Wehrmacht schnelle Gebietsgewinne erzielte, war es bald wieder möglich, Kaunas, Reval und Riga anzufliegen. Lufthansa verkaufte in der Tschechei eroberte Douglas DC-2 an Aero, die diese auf ihrem Lappland-Express nach Petsamo einsetzte. Im September 1944 unterzeichnete die finnische Regierung einen Waffenstillstand, womit der Flugbetrieb der Aero vorläufig endete.

Neubeginn nach dem Krieg
Die Alliierten untersagten sämtliche internationalen Dienste und auch der Inlandsverkehr konnte erst im August 1945 wieder anlaufen. Ab 1946 war die finnische Regierung mit 70 % an der Airline beteiligt, die sich von der US Air Force ausgemusterte C-47, die Militärvariante der Douglas DC-3, besorgte. So konnte man ab November 1947 vom Flughafen Malmi wieder nach Stockholm gelangen. Es folgten in den nächsten Jahren Kopenhagen und Amsterdam, Hamburg, Düsseldorf, London und Moskau. Der Flugzeugpark wurde durch Convair 340/440 erneuert. Ab 1958 tauchte der Firmenname Finnair auf, der jedoch erst 1968 offiziell wurde. Ab April 1960 bediente Finnairs erste Düsenmaschine, die französische Caravelle die Strecken nach Kopenhagen, Köln, Frankfurt und Stockholm. Für Regionaldienste kamen ab 1970 amerikanische Douglas DC-9-10 zum Einsatz. Die letzte DC-3 hatte 1967 die Flotte verlassen.

Erste Langstrecken
Erstes Langstreckenmuster war die DC-8-62, die Finnair zunächst bei der Tochter KarAir, in die sie sich 1962 eingekauft hatte, einsetzte. Sie flog als erstes im Februar 1969 nach Las Palmas. Mit den gewonnen Erfahrungen, erfüllte sich Finnair im Mai 1969 den lang gehegten Wunsch einer Verbindung nach New York. Doch die Zeit der DC-8 währte nur kurz, denn mit Boeing 747 und DC-10 waren schon die ersten Großraumjets am Markt. Hauslieferant Douglas konnte seinen Dreistrahler bei den Finnen 1975 unterbringen. Wiederum flog die DC-10 als erstes nach Las Palmas und erst ab März 1975 nach New York. Im Regionalbereich unterstützen DC-9-51 die kurzen DC-9-10, bis sie ab 1976 durch die DC-9-40 ersetzt wurden. Durch Übernahme zweier Fokker 27 konnten dann auch 1980 im Inland auch letzten Convair 440 außer Betrieb gestellt werden.
Mit den reichweitengesteigerten DC-10-30ER konnte Finnair neue Fernstrecken wie z.B. 1981 Helsinki-Seattle-Los Angeles oder 1983 Helsinki-Tokio eröffnen. Es folgten 1985 Singapur via Bangkok sowie 1988 eine Verbindung nach Peking.

Allianzen
Am offenen Himmel Europas wurde ein Alleingang immer schwieriger. Daher arbeiteten die Finnen 1990 mit Swissair, SAS und Austrian Airlines zusammen, bis man sich 1991 der Lufthansa zuwandte. In Folge übernahm Finnair sämtliche Routen von und nach Deutschland. Als Lufthansa dann 1997 die Star Alliance gründete, holte sie sich den Rivalen SAS an Bord. Finnair beendete die Zusammenarbeit mit dem Kranich und trat 1999 der von British Airways angeführten oneworld-Allianz bei. Im Nachbarland Estland ist die 100-prozentige Tochter Aero zu Hause, die mit ATR-Turboprops auch Routen innerhalb Finnlands fliegt. Um der Lowcost-Konkurrenz gegenüberzutreten übernahm Finnair 2003 die schwedische Nordic Airlink, die seit 2004 als flynordic unterwegs ist und auch die SAS auf eigenem Territorium ein wenig ärgert.

Flottenerneuerung
Vier MD-11 stießen 1990 zur Langstreckenflotte und auch im Europa- und Inlandsverkehr musste an eine Ablösung der DC-9/MD-80 gedacht werden. Doch McDonnell Douglas zog sich aus der Zivilsparte zurück und Finnair musste sich nun zwischen Boeing und Airbus entscheiden. Durchsetzen konnte sich der europäische Hersteller, der schon bald 12 Maschinen der erfolgreichen A320-Familie lieferte. Doch für Charterdienste wurden vier Boeing 757-200 ausgewählt. Sie ersetzten die Flugzeuge der KarAir, die 1997 komplett in Finnair aufging. Mit den brasilianischen Embraer 170/190 setzte 2004 die zweite Phase der Erneuerung ein. MD-80 und die ATR72 können nun nach und nach aus dem Verkehr gezogen werden. Für die künftige Langstreckenflotte wählte Finnair drei Airbus A340-300E sowie neun A350-900. Bis diese jedoch alle ausgeliefert sind, unterstützen weitere MD-11 den Ausbau der Asiendienste.

Flotte: 1 Airbus A340-300 (+ 3 bestellt)
9 Airbus A350-900 (bestellt)
7 MD-11
7 Boeing 757-200
11 Airbus A319-100
12 Airbus A320-200
6 Airbus A321-200
7 Embraer 170 (+ 3 bestellt)
6 Embraer 190 (bestellt)
Webseite: http://www.finnair.com
Finnair



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