Airline Portrait für:

Portrait der Airline Air France:

Air France
Lettercode: AF / AFR
Besitzverhältnisse: Tochter der Air France-KLM Holding (81,4 % privat, 18,6 % staatlich)
Herkunft: Frankreich
Streckennetz: 185 Ziele in Europa, Afrika, Naher- und Mittlerer Osten, Fernost, Südostasien, Nordamerika, Karibik, Südamerika, Pazifik
Geschichte:

Air France entstand im August 1933 durch Zusammenlegung der privaten Vorläufer Air Union, CGTA, CIDNA, Air Orient und die zusätzlich aufgekaufte Aéropostale. Über diese Gesellschaften ist es möglich, die Wurzeln der französischen Airline bis 1919 zurückzuverfolgen. Wichtigste Aufgabe nach der Fusion war die Abstimmung der unterschiedlichen Streckennetze. Die Anschlüsse wurden aufeinander abgestimmt und unprofitable Routen gestrichen. Im gleichen Zug wurde auch die Flotte vereinfacht und größtenteils durch modernere und sichere Typen ersetzt. Neben mehr Komfort gelangten die Passagiere so auch schneller an ihr Ziel.


Kriegsausbruch und Neuaufbau
Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs musste Air France sämtliche Anlagen, Flugzeuge und auch ihr Personal der Regierung unterstellen. Einzig die Kolonien in Übersee wurden noch bedient. Im nichtbesetzten Teil Frankreichs zog das Personal einen Militärflugdienst auf, der die Stützpunkte Damaskus, Algier und Dakar nutzte. Nach der Landung der Alliierten im Juni 1944 steuerte dieser Militärflugdienst auch wieder französische Großstädte an. Die Flotte der Air France war größtenteils zerstört. Das Luftfahrtministerium beschloss im Juni 1945 die Verstaatlichung der Air France und löste den Militärflugdienst zum Jahresende auf. Neben einigen französischen Flugzeugtypen erhielt die neue Air France hauptsächlich amerikanische Douglas DC-3 für die Europa- und DC-4 für die Langstrecken. Doch schon im Sommer 1946 lösten hier neue Lockheed Constellation die DC-4 ab. Ende 1947 war das Netz schon wieder 140.000 km lang und reichte von Südamerika über Afrika bis nach Südostasien. Montreal und Mexiko-City kamen in den 1950er Jahren hinzu. Auch Tokio wurde wieder angeboten.


Einsteig ins Jet-Zeitalter
Bereits 1953 hatte Air France drei Strahlflugzeuge der britischen Comet in der Flotte, die von Paris über Rom nach Beirut flog. Doch Konstruktionsmängel machten eine Stillegung erforderlich und die Franzosen setzten zunächst auf Turboprops der Typen Vickers Viscount sowie Lockheed Super-Constellation und Star-Liner. Doch den Jets gehörte die Zukunft. 1956 entschieden sich die Franzosen für die amerikanische Boeing 707 sowie für das Nationalprodukt Caravelle, welches ab 1959 nach und nach die Europarouten übernahm.


In den 1960er Jahren wehte Air France ein rauer Wind entgegen. Die Regierung hatte die Streckenlizenzen neu verteilt und fast alle Asien- und Afrikadienste der privaten UTA übereignet. Gleichzeitig begann auch auf den Nordatlantikrouten ein Preiskampf mit den amerikanischen Konkurrenten. Als Reaktion verdichtete man das Europanetz. Inlandsflüge übernahm Air Inter, an der man mit 24 % beteiligt war. Zur Hilfe kam Air France eine neue Sparte: Frachtflüge. So stellte man 1965 die erste Nurfrachtmaschine Boeing 707 Pelican in Dienst, die in den 1970er Jahren durch 747-200 Super Pelican abgelöst wurde.


Überschallverkehr
Die Europaflotte wurde mit Boeing 727-200 erneuert, da von Sud-Est kein Nachfolger für die Caravelle kam. Sie wurde später durch die kleinere Boeing 737-200 unterstützt. 1974 wurde Air France dann zum weltweit ersten Betreiber des Airbus A300, dem schon bald eine ganze Familie folgen sollte. Nach der Boeing 747 war dies der zweite Großraumjet bei den Franzosen. Wesentlich mehr Aufmerksamkeit erregte man aber 1976 mit der Indienststellung der Concorde, die über Dakar nach Südamerika sowie nach Washington und New York flog. In den 80er Jahren stießen noch A310 sowie erste A320 zur Flotte, die die Boeing 727 ablösten.


Neuordnung
1986 wurde die strikte Lizenzaufteilung zwischen Air France und UTA aufgehoben, so dass man wieder einige sehr lukrative Routen zu den Übersee-Territorien aufnehmen konnte. Gleichzeitig wilderte aber auch UTA in den Märkten der Air France. Die Regierung bereitete dem ein Ende und fusionierte 1990 beide Airlines samt der Air Inter, um das Unternehmen für den europäischen Binnenmarkt zu stärken. Nächster Schritt war die Teilprivatisierung des Unternehmens, die 1999 mit dem Börsengang abgeschlossen wurde. Außerdem trieben die Franzosen den Ausbau vom Pariser Flughafen Chales de Gaulle voran und modernisierten ihren Flottenpark durch Boeing 737-500, 747-400 und Airbus A340. Die Concorde schied nach einem Absturz bei Paris aus der Flotte, da das Image ramponiert war und Treibstoff immer teurer wurde.


Globale Zusammenarbeit
Kurz nach der Teilprivatisierung begann die Zusammenarbeit mit Delta Air Lines, die im Jahr 2000 in die Gründung der globalen SkyTeam-Allianz mündete. Im Herbst 2003 schloss man sich mit KLM zur Air France-KLM Group zusammen und betreibt seitdem mit Paris und Amsterdam zwei Drehkreuze. Mit Beginn des Jahres 2008 verhandelte die Holding mit der finanziell gebeutelten Alitalia. Diese gehört ebenfalls der SkyTeam-Allianz an und Air France-KLM hätte mit Rom ein drittes Drehkreuz gehabt. Doch unüberwindbar Differenzen mit den Gewerkschaften führten zum Abbruch der Verhandlungen. Auch die neue Regierung Berlusconi favorisierte eher eine italienische Lösung
Einheizen wird man aber auch dem Konkurrenten British Airways, denn in Kooperation mit Delta Air Lines fliegen die Franzosen seit April 2008 zwischen London und den USA. Möglich macht dies das neue Europa-USA-Open-Sky-Abkommen, wonach alle Airlines der Mitgliedsstaaten Liniendienste zwischen Europa und den USA anbieten dürfen. 2009 wird dann ganz im Zeichen des neu übernommenen Airbus A380 stehen, von denen Air France zehn Exemplare geordert hatte.

Flotte: 18 Airbus A318-100
39 Airbus A319-100
6 Airbus A319-100LR (Air France Dedicate)
68 Airbus A320-100/-200 (+ 46 bestellt)
15 Airbus A321-100/-200
16 Airbus A330-200
19 Airbus A340-300
12 Airbus A380 (ab 2009)
10 Boeing 747-400
10 Boeing 747-400ERF/BCF (Fracht)
25 Boeing 777-200ER
24 Boeing 777-300ER (+ 26 bestellt)
10 Boeing 777F (Fracht; bestellt)
Webseite: http://www.airfrance.com
Air France

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